Bei uns findet ihr kein Fast Fashion
Es ist frustrierend, wenn uns ein Kleidungsstück im Laden gut gefallen hat, es aber nach kurzer Zeit anfängt auseinander zu fallen oder ausleiert. Auf den ersten Blick ist nicht immer zu erkennen, ob es sich um Fast Fashion und entsprechend schlechte Verarbeitung handelt. Denn Fast Fashion zeichnet sich nicht zwingend durch niedrige Preise aus. Vielmehr ist Fast Fashion ein Geschäftsmodell, bei dem Profit vor Qualität und guten Arbeitsbedingungen steht. Nur klar, dass auch die Qualität darunter leidet.
Doch woran können wir erkennen, ob ein Kleidungsstück von guter Qualität ist oder es sich um Fast Fashion handelt?
Fast Fashion möchte schnell so viel Geld wie nur möglich erwirtschaften. Ziel ist es, ein Maximum an Ware in kürzester Zeit auf den Markt zu bringen und zu vertreiben. Fast Fashion erkennt man deshalb unter anderem daran, wenn ein Geschäft auffällig viel Auswahl hat. Vielleicht kennt ihr das: ihr scrollt durch den Onlineshop und am Ende der Scrollbewegung tauchen immer mehr neue Produkte auf. Statt weniger hochwertigen Kleidungsstücken, setzt Fast Fashion auf Überangebot.
Ein weiteres Erkennungsmerkmal von Fast Fashion sind ständig wechselnde Kollektionen und Trends, Dauer-Sales und Verkaufsdeals. Fast Fashion ist an die Geschwindigkeit unserer Gesellschaft angepasst. Es werden dauernd Neuheiten geliefert, um uns zu Wiederholungskäufen zu animieren. So landen veraltete Kollektionen schnell auf dem “Sale-Haufen”. Auch immer neue Sonderangebote, wie zum Beispiel “drei zum Preis von einem” sind beliebte Maßnahmen der Fast Fashion Industrie, um Kund:innen zu binden und zum Kauf zu motivieren.
In der Fast Fashion Industrie wird Kleidung im Übermaß produziert. So viel, dass gar nicht alles verkauft werden kann. Kleidungsstücke, die nicht verkauft werden können oder nach einer Bestellung zurückgeschickt werden, landen meist auf dem Müll oder werden verbrannt. Zum Thema Textilmüll haben wir bereits einen Blogartikel online, falls ihr mehr darüber lesen möchtet.
Wenn ihr nachhaltiger einkaufen möchtet, könnt ihr zum Beispiel darauf achten, ob die Geschäfte transparent offenlegen, was mit Restbeständen oder Rücksendungen passiert. Auch interessant ist, wie produziert wird. “Label on demand” oder “Made to order” können Hinweise darauf geben, dass das Geschäft nicht übermäßig produziert, sondern sich an der Nachfrage der Kund:innen orientiert.
Second-Hand zu kaufen ist immer eine nachhaltigere Alternative. So bleibt Kleidung länger im Umlauf und es wird weniger Neues produziert.
Wir müssen nicht jedem neuen Trend hinterherjagen. Vielleicht sollten wir eher in hochwertige Lieblingsstücke investieren, diese dann auch mal reparieren, um so einen bewussteren Umgang mit unserer Kleidung zu schaffen.
von Cleo Heimsoth