Warum wir nur pflanzliche “Milch” bei uns führen - Die Milchindustrie
Wer von euch schon einmal Kaffee in der KlaMotte getrunken hat, weiß bestimmt, dass wir nur pflanzliche Milchalternativen servieren. Hafer und Erbse.
In Sachen Klima-, Umwelt- und Tierschutz sind pflanzliche Milchalternativen klar im Vorteil! Außerdem sind viele Alternativen heute so gut, dass tierische Milch und das damit verbundene Leid einfach vermeidbar sind - ohne Abstriche bei Qualität und Genuss des Kaffees.
Für viele von uns ist es normal mit tierischer Milch aufzuwachsen und sie zu konsumieren. Wir erfahren nichts über die Ausbeutung der Tiere. Die Industrie vermittelt ein idyllisches Bild mit weidenden Kühen auf grünen Wiesen und glücklichen Kälbchen. Uns wird erzählt, dass Milch uns groß und stark macht und gut für die Knochen sei. Doch auch eine ausgewogene pflanzlich basierte Ernährung deckt alle notwendigen Nährstoffe ab.
Bei tierischer Milch, die wir konsumieren, handelt es sich immer um Muttermilch. Um diese zu produzieren, muss das Tier trächtig sein und Nachwuchs bekommen. Nach der Geburt werden Kuh und Kalb getrennt. In der Industrie ist die Muttermilch nicht für das Kälbchen, sondern für den Menschen. Weibliche Kälbchen erwartet das gleiche Schicksal wie das ihrer Mutter - auch sie werden Teil der Milchindustrie. Männliche Kälbchen werden meist an die Mast verkauft und später in Schlachthöfen getötet.
Um für die Milchindustrie profitabel zu sein, muss ein Tier kontinuierlich Milch produzieren. In der Folge heißt das, dass das Tier dauer-trächtig ist. Die Befruchtung erfolgt in der Regel künstlich durch den Menschen. Für das Tier ist das extremer Stress. Der Körper der Tiere ist nicht darauf ausgelegt immer trächtig zu sein und Kinder zu gebären. Auch die enorme Größe und das hohe Gewicht der Euter stellen gesundheitliche Risiken für eine Kuh dar. Es kommt zu Euterentzündungen und hohe Belastung der Gelenke durch das Gewicht. Die Größe ist unnatürlich durch Zucht entstanden, um mehr Milch produzieren zu können.
Zusätzlich zum körperlichen Stress kommt der mentale Stress. Kühe sind sehr soziale Tiere. Von ihren Kindern getrennt zu werden, ist für sie schmerzhaft und traumatisierend.
Die normale Lebenserwartung von Kühen liegt bei etwa 20 Jahren. In der Industrie schaffen sie zwischen 5 oder 6. Tragen sie nicht mehr ausreichend zur Milchproduktion bei, werden sie geschlachtet.
Neben den moralischen und ethischen Punkten haben pflanzliche Milchalternativen eine bessere Umweltbilanz als Kuhmilch. Neben der Fläche für die Tiere selbst werden zusätzlich enorme Agrarfläche für den Futtermittelanbau benötigt. Besonders für den Sojaanbau als Tierfutter werden in Südamerika große Flächen des Regenwaldes abgeholzt. Hier ist es wichtig zu wissen, dass laut des Konzernatlas der Heinrich Böll Stiftung nur 20,1% des weltweit angebauten Sojas für den direkten menschlichen Verzehr auf den Markt geht. 77,1% werden als Tiernahrung verfüttert. Soja für Produkte, die wir in Deutschland kaufen, stammt in der Regel aus der EU.
Auch zum Ausstoß von Treibhausgasen trägt die Milchindustrie ihren Anteil bei. Insbesondere wird Methan ausgestoßen, das Kühe bei der Verdauung freisetzen.
Beobachten wir den Wasserverbrauch, gibt es Unterschiede zwischen den pflanzlichen Milchalternativen. Mandeln wachsen in sehr trockenen Gebieten und haben deshalb oft sogar einen höheren Wasserverbrauch als Kuhmilch. Soja, Erbsen und Hafer hingegen benötigen nur wenig Wasser und können auch lokal bei uns angebaut werden.
Die Entscheidung gegen Kuhmilch und für pflanzliche Alternativen bedeutet kein Verzicht oder weniger Genuss - sondern eine bewusste Entscheidung gegen Tierleid, Ausbeutung und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.
Ein guter Kaffee kommt auch ohne Tierleid aus. Am Ende sollten wir uns deshalb vielleicht eher die Frage stellen: "Warum brauchen wir tierische Milch überhaupt noch?”
von Cleo Heimsoth